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Geschrieben von Stefan Fischer
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Donnerstag, 28. Februar 2008 |
Die
Entscheidung wie es weitergeht fällt spontan. Basti und Christian, die wir
zuletzt im Oktober in Malawi getroffen haben, haben eine ähnliche Runde wie wir
gedreht, nur in entgegengesetzter Richtung. Nun laden sie uns zum Wiedersehen
und Fischessen nach Lambert's Bay ein (ca. 300 km nördlich von Kapstadt). Auch
ein Grund 2500 km nach Süden zu fahren.
In
Swakop war die letzten Tage sternenklarer Himmel. Das Kreuz des Südens, Orion
und Jupiter schauen auf uns herab. Armin, den wir hier treffen, schwärmt uns
von den Observatorien auf dem Gamsberg vor. Ja, es wird Zeit, wieder am
Lagerfeuer unter sternenklarem Himmel in der Wüste zu sitzen.
Wüste
gibt es genug auf dem Weg nach Süden. Gleich in Swakop vor der Haustüre beginnt
der Namibsektor des riesigen Namib-Naukluft-Parkes. Der Park erstreckt sich von
hier über 400 km nach Süden bis Lüderitz. Aus manchen besinnlichen Schotterpisten
sind inzwischen leider breite Straßen geworden. Dank hohem Uranpreis lohnt sich
der Bergbau wieder. Mitten im Nationalpark wird gerade die Langer-Heinrich-Mine
erschlossen.
Unsere
erste Nacht verbringen wir an der Blutkuppe, einem Granitmassiv, das blutrot in
der Abend- und der Morgensonne leuchten soll. So kam der Felsblock zu seinem
Namen. Doch vom Blut sehen wir nix, mit Abendregen und Morgennebel müssen wir uns
zufrieden geben.
Tagsüber
klart es zwar auf, nur um gegen Abend wieder zu zuziehen. Das Zusammentreffen
der roten Sand- mit der hellen Geröllwüste im grünen Kuisebtal sehen wir noch
bei Sonnenlicht. Der Regen löscht kurz darauf das Lagerfeuer. Die Kudu-Streaks können
wir gerade noch vom Grillrost ziehen.
Etwas
südlicher, in den Naukluftbergen, ist dann Schluß mit Sonne. Dauerregen setzt
ein und macht den dortigen 4x4 Trail zu einer interessanten Rutschpartie. So
haben wir uns die Wüste nicht vorgestellt.
Andere
auch nicht. Ein irisches Pärchen in einem Fiat Multipla wartet schon seit
Stunden, dass der Wasserpegel sinkt, um die Furt durch den Fluss queren zu
können. Er schaut ganz verzweifelt drein und meint „When we rented the car in Cape Town, everyone told us, Namibia is a dry country!". Wir zeigen Verständnis und bieten an zu warten bis er drüben
ist. Notfalls stehen wir zur Bergung bereit. Wobei die Hilfe eher mentaler
Natur ist - ohm - da im ganzen Multipla die abschraubbaren Abschleppösen nicht
zu finden sind.
In
der Nähe der Naukluftberge ist Johan's Tsauchab River Camp mit künstlerischem
Farmschrott, Wanderwegen und Off-Road Trails. Doch auch hier macht uns der Regen
einen Strich durch die Rechnung. Johan dagegen freut sich wie ein kleines Kind.
Es hat seit zwei Jahren nicht mehr geregnet und der Grundwasserspiegel ist
seitdem über sieben Meter gesunken. Stündlich schaut er auf seinen Regenmesser
und verkündet stolz jeden Millimeter Niederschlag.
Wir
können die Begeisterung zwar Nachvollziehen, geben aber dennoch die Devise aus,
„Auf nach Süden, bis die Sonne scheint!". Zusammen mit Olaf und Kerstin machen
wir uns auf den Weg. Auf den kleinen D-Straßen zwingen uns die laufenden
Riviere (so heißen hier die Flüsse, wenn sie Wasser führen) zweimal zum
Umkehren. Einmal steckt schon ein einheimischer Bakkie (Pickup) fest. Das
Abschleppseil schaut noch aus dem Wasser. Die Besitzer haben sich davon gemacht
und warten auf niedrigeren Wasserstand. An anderer Stelle reicht mir das Wasser
bis zum Schritt, von Strömung und schlammigem Untergrund ganz zu schweigen.
Nach Umwegen und zahlreichen Wasserdurchfahrten erreichen wir eine C-Straße,
die sich durch Brücken von den Furten der D-Straßen unterscheidet. Erschöpft
erreichen wir Maltahöhe, wo sich unsere Wege wieder trennen. Uns zieht es zum
Fish River Canyon, durch den sich nun die braunen, schlammigen Wassermassen wälzen.
Der Fish River ergießt sich in den Oranje.
Beim
Abstieg ins Oranjetal der erste Schock, es ist windstill, die Sonne brennt
erbarmungslos, es sind fast 40°C im Schatten. Gestern abend noch saßen wir mit
Winterjacke und Mütze da, um uns vor dem kalten Wind zu schützen. Der zweite
Schock, nach stundenlangem Fahren durch Steinwüste ist das Grün des Oranjetal Augenkrebs-verdächtig.
Intensiv bewässert werden hier jedes Jahr die ersten Trauben und Früchte im
südlichen Afrika geerntet, die uns an Weihnachten auf dem Gabentisch begegnen.
Der Regen
hat uns mehr Zeit gekostet als gedacht. Nicht nur das Fischessen lockt in
Lambert's Bay, sondern auch eine Fortsetzung der Gitarrenfete von Sengabay
(Malawi). Außer Basti und Christian ist auch Anthony gekommen. Er war auf dem
Weg von Deutschland nach Kapstadt, als wir ihn in Malawi kennen gelernt haben.
Das Wiedersehen wird zwei Tage ordentlich gefeiert und in den Nächten besungen.
Doch anders als in Malawi gibt es ab einem gewissen Zeitpunkt kein „Da capo" mehr
von den anderen Campern.
Link zum Fotoalbum (Namib Impressionen)
Link zum Fotoalbum (Regen in der Wüste)
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