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BW – Mit Dieter unterwegs |
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Geschrieben von Stefan Fischer
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Dienstag, 11. Dezember 2007 |
In Maun satteln wir Vorräte
auf und merken leider erst unterwegs, dass wir das Wichtigste vergessen haben -
den Adventskalender! Barbara meint eh, die Schokolade hätte es nicht überlebt,
doch ich bin mir sicher, ich hätte ihn im Kühlschrank untergebracht.
Am „South Gate" des Moremi Nationalparks meint der Ranger
lapidar, ihnen sind die Permits ausgegangen, wir sollen doch bitte bei der
Ausreise zahlen. Die Piste bis hierher ging flott. Jetzt wird's wieder feucht.
Auch hier hat es einiges geregnet, ein gefülltes Wasserloch auf der Piste reiht
sich an das nächste. Mit Schwung und Motorkraft geht es hindurch. Manchmal
bleibt dabei was auf der Strecke, unser vorderes Nummernschild zum Beispiel.
Also gut, zu Fuß zurück. Mit den Füßen wühle ich durch den Schlamm bis ich auf
Widerstand stoße und den Blechstreifen wieder in der Hand halte.
Ein Erlebnis der anderen Art haben wir im schönsten
Nachmittagslicht. Wir biegen um eine Kurve und stehen unmittelbar vor einigen
Elefantenkühen mit Jungen, die alles andere als „amused" sind, wie man
hierzulande sagt. Ich zögere zu lange und der Rückweg ist durch weitere
Elefanten versperrt. Wir sind mitten in einer Herde gelandet. Den weiteren Weg
können wir nicht einsehen, hoffen aber dass sich dort weniger aggressive
Muttertiere tummeln als hinter uns. Wir treten die Flucht nach vorne an, doch
auch hier ist die Herde größer als gedacht. Zügig schlängele ich mich durch.
Mit heftigem Ohrenwackeln und trompeten lassen sie uns gerade noch ziehen.
Abends schlummern wir, nachdem sich die Aufregung gelegt
hat, bei Vollmond und Hyänengebrüll sanft ein. Peng! Ein Mords-Krach weckt uns
auf. Wir stehen senkrecht im Bett. Ein ausgewachsener Pavian ist mit einem
gewaltigen Satz auf die Motorhaube gesprungen. Auf den Schlammresten von
gestern sind alle vier Pfoten-Abdrücke gut sichtbar. Schnell schließen wir die
Dachluke, bei uns im Bett ist schließlich nur Platz für zwei.
Die Strecke zwischen Moremi und Savuti (Dem nächsten
National Park) ist berüchtigt für ihren Tiefsand. Vom Sand sehen wir nicht
soviel, es ist alles Land-unter. Im Nieselregen wühlen wir uns durch bis zum
Parkeingang. Permits gibt es hier auch keine, dafür zeigt man grinsend auf
unser Feuerholz am Dach und meint, „Is this grass your firewood?".
Besonders schön soll die Strecke durch die Savuti-Marsh
sein. Doch schon einen Kilometer nach der Abzweigung müssen wir aufgeben. Vom
Reifenprofil ist nichts mehr übrig. Das Profil ist so zugesetzt, dass man sie
als Formel-1-Slicks verkaufen kann. Vortrieb gleich Null. Also zurück auf die
Hauptpiste. Das ist gut so, denn sonst hätten wir sowohl die poppenden Büffel,
als auch das große Rudel Wild Dogs (Hyänenhunde) verpasst. Die Wild Dogs
versperren unserem Vordermann die Straße. Die Jungen schleichen spielerisch um
die Autos, während die Alten am Straßenrand liegen und Zuschauen.
Unglaublich, aber wahr, im Savuti-Camp gibt es Permits und
unser Geld wollen sie auch! Als wir durch die Pforte fahren, kommt uns ein
grüner Landy mit Starnberger Kennzeichen entgegen. Dieter unterwegs mit
Kumpels. Er besucht uns später noch am Lagerfeuer, bis er von seinen Kumpels
per Funk zurückbeordert wird. Die Nationalparks von Botswana sind nämlich
berühmt für ihre echten Buschcamps. Nix Zaun und Schnick-Schnack. Das
Löwengebrüll in unserem Rücken lässt uns eng zum Lagerfeuer aufschließen und
vor der Zeit ins Bett gehen.
Am nächsten Morgen revanchieren wir uns bei Dieter mit einem
Besuch zum Frühstück und beschließen spontan mit ihm und seinen Freunden weiter
zu fahren. Es macht Spaß wieder Teil einer größeren Gruppe zu sein. Soviel
Spaß, dass wir spontan unsere Route ändern und sie weiter zur Chobe River Front
begleiten. Auch die Nordausfahrt aus dem Savuti ist ordentlich Land-unter. Ocki
hat Spaß bei den Wasserdurchfahrten. Kein Wunder, heißt es doch, „A rental car
is the best 4x4 by far". Wir haben dafür viel Spaß am Autotausch, Dieter im
Landcruiser, ich im Landrover.
Am Chobe-Fluss bauen wir im klassischen Südafrikaner-Stil
eine Wagenburg. Auf dem Klohäuschen sitzt eine Horde Paviane und taxiert uns
bereits. Doch Dieter hat die Zwille schon in der Hand und macht klar wie der
Hase läuft bzw. der Affe springt. Auch ansonsten ist er bestens organisiert,
lange Tafel, gemeinsames Kochen, ordentlicher Sundowner und Frühstücksbuffet.
In Kasane trennen sich unsere Wege wieder. Dieter & Co zieht es zu den
Victoria Fällen, wir hingegen träumen von Kudu-Steaks in Namibia.
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