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Geschrieben von Stefan Fischer
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Donnerstag, 20. September 2007 |
Wir verlassen die
südafrikanische Zollunion über den winzigen Grenzübergang an der Küste. Schon
Kilometer vorher haben wir diesen Zipfel Südafrikas als ausgesprochen trostlos
empfunden. An der Grenze endet der Teer, fünf Meter weiter wartet der Tiefsand.
Ohne Allrad keine Chance.
Wir sind überrascht, sowohl den Südafrikanischen als auch
den Mosambikanischen Zöllnern müssen wir zeigen, wo das Carnet de Passage
abzustempeln ist. Sie schauen uns fragend an, was sollen sie denn mit ihren
Abschnitten des Zolldokumentes tun? Wir wissen es auch nicht, am besten
abheften. Der Empfang in Mosambik ist herzlich, die Formalitäten sind schnell
erledigt. Wir lassen noch gehörig Luft ab, bevor wir uns in den Sand stürzen,
auf der Suche nach dem Meer.
Klimatisch ist der Sprung nach Osten und Norden deutlich zu
spüren, es ist schwüler und die ersten Moskitos lassen grüßen. Abends brauchen
wir dafür mal keine Mütze.
Trotz schönn Stränden in Ponta do Ouro und Ponta Malongane
sind wir nicht in Badelaune. Wir möhren weiter durch den tiefen Sand, der sich
dann, laut Reiseführer, zu einer „ruppigen Schotterpiste" wandelt. So kann man
es auch beschreiben. In Catembe stehen wir an der Autofähre nach Maputo, der
Hauptstadt von Mosambik. Die Fähre hat schon bessere Zeiten gesehen, ist
allerdings nicht so abschreckend, wie die Piste, die wir gerade hinter uns
haben.
Am anderen Ufer tauchen wir ein in die erlebenswerte
Mischung aus Schwarzafrika und sozialistischem DDR-Plattenbau-Charme. Die
Einstimmung erfolgt bereits an der Fähre, als unser schwarzer
Fahrkartenkontrolleur stolz erzählt wie gut es ihm zu DDR-Zeiten in Dresden
gefallen hat. Der erste Eindruck von der Grenze hält an. Die Mosambikaner
empfinden wir als sehr freundlich und unaufdringlich.
Wir lassen uns für ein paar Tage von Maputos Straßen,
Märkten und Restaurants begeistern. Der Tourismus scheint hier, zum Glück, noch
keine Rolle zu spielen. Wir machen dies daran fest, dass es noch nicht einmal
Ansichtskarten zu kaufen gibt.
Je weiter wir nach Osten kommen, desto früher ist Aufstehen
angesagt. Mosambik hat sich in der Zeitzone seinen Nachbarländern
angeschlossen, mit der Folge, dass die Sonne bereits um fünf Uhr aufgeht und um
halb sechs nachmittags wieder verschwindet.
Um Maputo herum und Richtung Norden sind wir von allen vor
den korrupten Polizeikontrollen gewarnt worden. Entweder sind wir zu früh
unterwegs, s. oben, oder wir schauen nicht nach fetter Beute aus, bis auf
einmal werden wir überall durch gewunken.
Man darf sich nicht wundern oder beunruhigt sein, wenn einem
auf der Landstraße plötzlich auf der eigenen Seite ein Auto oder gar ein
schwerer LKW zügig entgegenkommt und erst im letzten Moment wieder auf seine
eigene Seite zieht. Viel mehr handelt es sich hierbei um ein gutes Zeichen,
bedeutet es doch, dass auf der eigenen Spur deutlich weniger Schlaglöcher zu
finden sind.
Wir machen einen Zwischenstopp in Inhambane und Tofo. Der
Begeisterung vieler für die ach so tollen Strände können wir uns nicht anschließen. Vielleicht
liegen die Sehenswürdigkeiten ja unter Wasser, dafür ist die Küste sehr
bekannt, über Wasser finden wir jedenfalls keine.
Uns gefällt es wieder besser nach einigen
Kilometern und Abertausenden von Schlaglöchern weiter die Küste hinauf bei
Vilanculo. Hier finden wir wieder ein Plätzchen um die Seele nachkommen zu
lassen und die ersten Eindrücke vom Mosambik zu verarbeiten. Wir warten noch
auf die Inspiration, ob wir weiter in den Norden Mosambiks oder nach Malawi
fahren sollen.
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